Über Hamburg nach Berlin

Mittlerweile ist Marcel abgereist, da der Köln Marathon seine Schatten voraus wirft. In weniger als zwei Wochen heißt es dann Daumen drücken. Für mich heißt das in erster Linie auch schauen, was er laufen kann. Denn daran muss ich mich für meinen Marathon in Berlin auch orientieren. Um so besser sein Ergebnis ist, desto mehr Selbstvertrauen gibt es mir auch für meinen Start.

Aber zunächst einmal steht am kommenden Wochenende ein weiterer Wettkampf auf dem Programm. Mein Weg führt über Hamburg nach Berlin! Eigentlich hatte ich einen Start beim Düsseldorfer Kö Lauf geplant. Dort sind zugleich die Deutschen 10km Straßenlaufmeisterschaften mit eingebunden. Nachdem allerdings die Strecke veröffentlicht wurde und der Kö Lauf angeblich aufgrund einer Baustelle komplett geändert wurde, habe ich eine schnellere Möglichkeit gesucht.

Es wirkt auf mich leider etwas komisch, dass immer wenn der DLV irgendwo seine Meisterschaften einbaut, die Strecken komplett verändert werden oder total langsam sind. Es sind sage und schreibe zehn! 90 Grad Kurven eingebaut worden. Sorry aber das sind Meisterschaften. Da stehen Leistungssportler am Start. Die rennen nicht nur um Medaillen, sondern auch um neue Bestzeiten. Das sollte man schon gewährleisten können. Zudem gibt es keinen finanziellen Anreiz für Deutsche Meister und hohe Anmeldegebühren.
Deswegen habe ich mich für einen Start in Hamburg beim internationalen Alsterlauf entschieden. Schnell Strecke und top Besetzung, gespickt mit vielen Kenianischen Läufern. Der Lauf findet zudem am selben Tag (7.09), wie Düsseldorf statt.

Wettkämpfe/motivation

Über Hamburg nach Berlin

 

Um fit am Start zu stehen, wird diese Woche etwas ruhiger. Weiter schnelle Dauerläufe aber deutlich weniger Umfang. Nach zwei Wochen mit 245km und 248km tut die Ruhe auch mal sehr gut ;). Bis Freitag bin ich noch hier in St. Moritz und bin wirklich gespannt, wie der Wettkampf in Hamburg 2 Tage nach der Höhe läuft. Viktor Röthlin beschrieb es immer als ein bisschen Russisch Roulett. Seine Trefferquote lag bei 50%. Andre Pollmächer hat bei der EM allerdings bewiesen, wie gut das funktionieren kann. Er lief 2 Tage nach seinem Aufenthalt in St. Moritz beim EM-Marathon auf einen hervorragenden 8. Platz.

Ich werde die letzten Tage hier oben noch ein bisschen genießen, denn so ein Trainingslager ist auch nicht selbstverständlich für mich. Aber es ist umso schöner, wenn es beim Dauerlauf so aussieht wie auf dem Bild ;).

Trainingslager St. Moritz 2014

Blick vom Leichtathletikstadion in Richtung Piz Albana und Piz Julier

 

In diesem Sinne
Keep on running

Autor: Ich bin ambitionierter Leistungssportler mit der Schwerpunktdisziplin Marathon. Lange Strecken reizen mich und ich habe den Wunsch 2:14:30 über die 42.195km zu laufen (derzeit 2:18:17 Kassel-Marathon). Ich habe erst 2009 richtig mit dem Laufen begonnen - jetzt nie wieder ohne!

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  • Bastl

    klingt nachvollziehbar, aber natürlich auch schade, da Meisterschaftsplatzierungen für Laien vielleicht greifbarer sind. Du wirst das schon richtig machen, bis jetzt bist Du Deinen Weg ja auch sehr erfolgreich gegangen :)

    Warum ist das eine Art Russisches Roulette nach dem Höhentrainingslager? Was könnten Gründe für einen „Nichttreffer“ sein?

    Viel Erfolg in Hamburg und noch schöne letzte Tage in der Schweiz!

    • Hallo Bastl,

      Meisterschaftsplatzierungen sind natürlich immer schön. Aber ich brauche für meinen Marathon auch ein paar Vergleichswerte an denen ich abschätzen kann was eventuell 3 Wochen später in Berlin möglich ist. Somit ist das etwas besser für mich.

      Im Frühjahr bin ich bei der DM im Halbmarathon 7. geworden und Vizemeister mit der Mannschaft. Letztes Jahr in München war ich 1 Sekunde hinter Marcel 3. bei der Marathon DM.

      Meine Konzentration geht langsam in Richtung internationale Rennen. Dort möchte ich auch mal die Möglichkeit bekommen zu starten. Dafür werden aber Zeiten gefordert, die nur schnelle Rennen bieten. Deshalb auch in diesem Jahr lieber Berlin als die DM in München. Meisterschaften sind meist zu taktisch geprägt.

      Gründe für einen „Nichttreffer“ könnte die Rückanpassung sein. Da ist jeder Körper unterschiedlich. Meist wird auch von einem Höhenloch nach 3 -7 Tagen gesprochen. Das sind zumeist Praxiserfahrungen von anderen Läufern. Die Blutwerte passen sich der normalen Höhe wieder an. Am besten ist es vor dem Abstieg weniger Belastung in den letzten 3-4 Tagen zu haben und ausgeruht auf NN zurückzukehren. Das sorgt für eine schnellere Reakklimatisation.

      Vielen dank und schöne Grüße!

      • Bastl

        Hey Chris, vielen Dank für die lange Antwort!
        Ich wünsche Dir natürlich alles Gute und viel Erfolg in Hamburg und Berlin! Das mit den Zeiten macht natürlich Sinn. Danke für die umfassende Erläuterung :)
        Vielen Dank auch für den interessanten Einblick in die Sportphysiologie! Da drück ich natürlich die Daumen, dass Du schnell akklimatisierst.

  • Alexander

    Ich finde die Gründe sehr plausibel und drücke dir die Daumen in Hamburg! K

    • Danke Alexander! Ich bin eben erst nach 12h Zugfahrt aus St. Moritz heim und morgen früh um 10 geht es gleich weiter nach Hamburg. Ich schreibe dann auch noch einen Bericht zu dem Wettkampf.

      Beste Grüße

  • Alexander

    Ich Gratuliere die zur neuen Bestzeit. Ich würde Sagen, du hast in den
    letzten Wochen vieles, wenn nicht sogar alles richtig gemacht. Freut
    mich.

    • Danke Alexander! Ja es kann nicht so falsch gewesen sein ;). Aber die Kür fehlt noch und klappt hoffentlich genauso gut wie im Frühjahr! Jetzt muss ich diese Woche weiter dran bleiben und noch viele Kilometer machen. Aber ab nächster Woche wird es dann schon etwas ruhiger.

  • Bastl

    neue persönliche Bestzeit -> Deine Rekklimatisierung scheint funktioniert zu haben :) Super! Weiter so

    • Vielen Dank!
      Ja in der Tat. Aber ich denke da kommt in den nächsten Tagen noch ein bisschen mehr an Form durch die Höhe. So hat es schon mal ganz gut geklappt. Ich hoffe das der Zeitraum bis Berlin dann auch passt.

      Wir lassen uns einfach mal überraschen :).